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Montag, 20. März 2017

Urgestein des Werberings wechselt in den Ruhestand

Hans-Willi Pertenbreiter

In diesem Monat scheidet Hans-Willi Pertenbreiter, sowohl als Marketingchef der Volksbank Viersen, als auch aus dem Vorstand des Werberings aus. Damit gehen über 35 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit für den Einzelhandel und die Stadt Viersen zu Ende. Denn schon Ende der 70er Jahre - damals noch für die Stadtsparkasse Dülken – nahm Hans-Willi Pertenbreiter an Sitzungen der Dülkener Werbe­gemeinschaft „Handel und Handwerk“ teil. Später wechselte er in die Werbe­abteilung der Sparkasse Viersen und war dort für alle drei Werbegemein­schaften der Stadtteile Viersen, Dülken und Süchteln der richtige Ansprechpartner. Ein Grund warum Hans-Willi Pertenbreiter immer einen besonders engen Kontakt zu den Einzelhändlern aller Ortsteile hatte. Dies zahlte sich besonders aus, nachdem die Werbegemeinschaften zu einem starken Werbering fusionierten.

Herr Pertenbreiter, was hat der Werbering mit seiner Arbeit rückblickend für Sie erreicht?

Hans-Willi Pertenbreiter: viel! Leider geht es ja oft unter, wo der Werbering sich eigentlich überall engagiert. Die Bürgerinnen und Bürger und Kundinnen und Kunden können oft nicht erkennen, dass der Werbering Initiator, Organisator und auch Finanzier von vielen Aktivitäten in den drei Stadtteilen ist. Das fängt bei den verkaufsoffenen Sonntagen an, geht über etliche Märkte und Feste und hört bei der Weihnachtsbeleuchtung auf. Ich finde es schon bemerkenswert, wie der Werbering Viersen aktiv, mit einem winzigen Etat – aber mit vielen Sponsoren – so viele Aktivitäten in unsere Stadt stemmen kann. Und das auf einem Niveau mit dem sich Viersen eine große Aufmerksamkeit auch in der Umgebung, bis nach Mönchengladbach und die Niederlande verschafft.

Was war für Sie bei der „Arbeit“ im Werbering immer besonders wichtig?

Ein Vorstand, der funktioniert, harmoniert und gut zusammen arbeitet. Freiwillige für solche Posten sind leider nur sehr wenige zu finden. Als Einzelhändler sind viele weit über acht Stunden am Tag bereits mit ihrem eigenen Geschäft beschäftigt. Die Zeit für die Aufgabe im Werberingvorstand kommt ja zu diesem Zeitaufwand noch hinzu. Ein weiterer wichtiger positiver Aspekt ist für mich die enge und effektive Vernetzung mit dem Citymanagement und dem Stadtmarketing der Stadt Viersen. Ohne diese intensive Unterstützung könnte der Werbering all das nicht bewältigen.

Welches Projekt lag Ihnen besonders am Herzen?

Ich persönlich fand es von den Werbegemeinschaften der kleineren Stadtteile Dülken und Süchteln hervorragend, dass sie vom engen Kirchturmdenken ein wenig abgerückt sind und den Schulterschluss mit Viersen zu einem Werbering für die Gesamtstadt Viersen gewagt haben. Ich habe dieses Projekt intensiv unterstützt und nachdem aus Dülken und Süchteln positive Signale kamen, auch vorangetrieben. Heute haben wir einen gemeinsamen starken Werbering für Viersen.

Funktioniert der zu einem verschmolzene Werbering für Viersen?

Die Befürchtung einiger Händler, die kleineren Stadtteile würden untergehen und nur Viersen stünde im Vordergrund, hat sich nicht bewahrheitet. Die Aktivitäten in Süchteln, Dülken und Viersen werden jetzt von einem gemeinsamen Vorstand und verschiedenen Arbeitskreisen in den Stadtteilen getragen. Das funktioniert prima! Und wenn man sich die Aktivitäten anschaut, geht hier keiner der drei Stadtteile unter und keiner wird bevorzugt. Die Verknüpfung der notwendigerweise unterschiedlichen Interessen in den Stadtteilen funktioniert einwandfrei. Wir arbeiten nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander. Und so kann es auch passieren – was auch gewollt ist – dass ein Süchtelner in Viersen mit arbeitet, ein Dülkener in Süchteln usw. Besser geht’s nicht! Der gemeinsame und von vielen Menschen besuchte Auftritt auf der Website sowie auf unserer Facebook Seite untermauert den neuen starken gemeinsamen Werbering.

Vor welchen Herausforderungen steht der stationäre Handel in Viersen in den nächsten fünf Jahren?

Ganz klar vor den Herausforderungen der Digitalisierung. Wir werden die Folgen nicht verhindern können. Der Handel muss sehen, wie er sich clever einbringen kann und es schafft, das stationäre Einkaufen und den Online-Handel zu verknüpfen. Es bringt nichts mehr das Internet zu verteufeln. Die Einzelhändler müssen die positiven Aspekte ausschlachten! Und die gibt’s durchaus. Ganz bestimmt unterschiedlich, je nach Branche. Aber auch hierbei ist die Zusammenarbeit aller Einzelhändler unverzichtbar. Ich befürchte, dass der Werbering hier noch nicht optimal aufgestellt ist. Ich habe die Sorge, dass immer noch zu viele – auch im Vorstand des Werberings – meinen: Och, so schlimm wird es schon nicht kommen. Ich behaupte, es wird ganz schlimm kommen. Wir sind schon mitten drin, in einer vollkommenen Veränderung des Einzelhandels. Wer da die Augen zu macht, bleibt auf der Strecke.

Was wünschen Sie Ihrem Nachrücker Andreas Bach?

Er sollte ein offenes Ohr für die Sorgen und Wünsche der Einzelhändler haben. Die Urbanität einer Stadt ist eng mit dem florierenden Einzelhandel verbunden. Es wird auch der Volksbank nicht guttun, wenn der Einzelhandel sich in unseren Stadtteilen zurückziehen muss. Aber Andreas Bach kann auch nur unterstützend helfen, mit Ideen, teilweise auch mit Manpower, sicher auch mit Sponsoring. Aber die Händler müssen wollen und müssen den Kurs bestimmen.

Sonst noch etwas, was unbedingt gesagt werden muss?

Die Arbeit in den Werberingen hat mir immer Spaß gemacht. Ich wünsche dem Vorstand viel Erfolg bei den großen Herausforderungen die in den nächsten Jahren - nein, die jetzt anstehen. Das wird nicht einfach und ist mit viel Arbeit verbunden. Es braucht dafür nicht nur engagierte Vorstandsmitglieder, sondern auch viele engagierte Einzelhändler, die nicht nur ihr eigenes Geschäft im Auge haben, sondern das Ganze. Wir sollten Meinungen austauschen, aber nicht drauf beharren, sondern Kompromisse finden und dann schnell loslegen. Und was der Werbering auf jeden Fall brauchen könnte, wären noch ein paar Mitglieder. Hier meine ich nicht nur die inhabergeführten Geschäfte, sondern vor allem auch die Franchisegeschäfte und Handelsketten. Die profitieren alle von den vielen Aktivitäten des Werberings. Es muss ja nicht jeder im Vorstand mitarbeiten, aber Mitglied werden, wäre schon kollegial. Und die Beiträge des Werberings Viersen aktiv sind nun wirklich für jeden Einzelhändler erschwinglich.

So: Macht's gut Vorstand-Mädels und Vorstand-Jungs, trotz der Arbeit hat es mit Euch viel Spaß gemacht! Und ich bin ja nicht weg! Vielleicht ergibt ja mal irgendetwas, wo ich unterstützen kann. Wenn nicht, bin ich auch nicht böse.

Ein paar Stimmen zum Abschied

„Wir danken für das große Engagement, welches uns die Süchtelner Einzelhändler wieder gezeigt haben. Heute zeigt sich erneut, was erreicht werden kann, wenn man zusammenhält und an einem Strang zieht“
Thomas Küppers

Herr Pertenbreiter hat sich immer aktiv engagiert und mit kreativen Ideen eingebracht. Dabei lagen ihm lokale Themen ihm immer besonders am Herzen Er  hat uns bei vielen Projekten geholfen, sei es bei der Dülkener Gartenwelt, dem Stoffmarkt oder der Süchtelner Vielfalt. Er- war dabei auch oft der erste, der als Pionier der neue Projekte unterstützt hat – zum Beispiel den StadtLandMarkt. Ich habe ihn als Ideen- und Lösungsgeber sehr geschätzt, der mir mit fachlichen Ratschlägen jederzeit zur Seite stand. Ich hoffe wir werden auch weiterhin Hans-Willi Pertenbreiter auf Veranstaltungen draußen mit seinen Markenzeichen Hut und Hunde begrüßen können.
Mareike Backhausen