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Viersen entfaltet bei „Viersen blüht“ seine volle Pracht

Alle zwei Jahre findet in der Kreisstadt Viersen, die NRW-weit einzigartige Aktion „Viersen blüht“ statt. Erstmalig wurde diese Aktion im Jahre 2000 umgesetzt. Von Juni bis in den Oktober hinein verwandeln 16 fantasievolle Blumenskulpturen und 15 blühende Arrangements die Flaniermeilen der verschiedenen Stadtteile in ein buntes Blumenmeer. Jede Skulptur hat etwas zu erzählen und steht in einem besonderen Bezug zur Historie oder zum Leben in der Stadt Viersen. In Alt-Viersen werden die Partnerstädte symbolisch dargestellt, in Dülken ist der Karneval das zentrale Thema und in Süchteln die jüngere Heimatgeschichte. Boisheim präsentiert sich mit farbenprächtigen Blumendekorationen.

In diesem Jahr steht die Figur des Baron Glasenap als Hauptsymbol für die Aktion.

Joachim Reinhold von Glasenapp wurde 1717 in Wardin geboren. Er entstammt einem alt-pommerschen Adelsgeschlecht. Er gründete das Regiment „Frei-Husaren Glasenapp“ und später auch die „Frei-Dragoner“, mit Erlaubnis Friedrich II. Glasenapp soll das Recht gehabt haben, Münzen zu prägen. In Venlo und der Umgebung Gelderns sollen ‚Glasenäppkens’ als Münzen aufgetaucht sein. Dem Baron selber wird nachgesagt, dass er beliebt, leichtlebig, genial und tapfer war. Ein Kriegsheld, der in späteren Jahren auch ein Wohltäter gewesen sein soll. Daran knüpft die Dülkener „Glasenap-Garde“ an, die 1986 gegründet wurde. Der gemeinnützige Verein widmet sich der Pflege historischer Bräuche, speziell rund um die Person des Barons.

Habe die Ehre Herr Baron!

Ein Baron spielt die Hauptrolle von Viersen blüht in diesem Jahr: Joachim Reinhold von Glasenapp wurde 1717 in Wardin in Pommern als Sproß eines alt-pommerschen Adelsgeschlechts geboren und kam erst später als preußischer Offizier in die Region von Viersen. Er gründete das Regiment „Frei-Husaren Glasenapp“ und später auch die „Frei-Dragoner“, mit Erlaubnis Friedrich II. Glasenapp soll auch das Recht gehabt haben, Münzen zu prägen, welche in Venlo und der Umgebung Gelderns als ‚Glasenäppkens’ aufgetaucht sein sollen. Dem Baron selber wird nachgesagt, dass er beliebt, leichtlebig, genial und tapfer war. Ein Kriegsheld, der in späteren Jahren auch ein Wohltäter gewesen sein soll. Daran knüpft die Dülkener „Glasenap-Garde“ an, die 1986 gegründet wurde.

Frau Barbara Bongartz, Schriftführerin der Glasenap-Garde Dülken, wie kam es denn genau zur Gründung des heutigen Vereins?

Barbara Bongartz: Der Baron entführte die einzige Tochter des reichen Herrn von Hundt auf Schloss Holtmühlen in Tegelen (Niederlande), heiratete diese und wurde so Erbe des Hauses von Hundt. Er lebte sodann auf dem Gut Castellchen hier in Dülken und gründete dort die Glasenap-Kompanie, die beim Junggesellen-Schützenfest mitmachen durfte. Dies geschah im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. Der gemeinnützige Verein heute, widmet sich der Pflege historischer Bräuche, speziell rund um die Person des Barons. Unsere Garde, deren Ursprung auf das Leben und Wirken des Baron Joachim Reinhold von Glasenap und seiner Gefolgschaft zurückführt, hat sich im Jahre 1986 (wieder) gegründet.

Wieso „wieder“?

Bongartz: Bis 1937 hat diese Glasenap-Kompanie immer an den Junggesellen-Schützenfesten teilgenommen und dann damit aufgehört. Im Jahre 1985/86 hat sich dann der Dülkener Bürger Norbert Bonus, der in unmittelbarer Nähe zum Gut Castellen wohnte, mit der Historie des Gutes beschäftigt und ist so auf die Geschichte des Baron gestoßen. Im Jahr 1986 hat er dann die Glasenapp-Garde neu ins Leben gerufen. Er ist heute unser Ehrenmitglied. Zur Zeit hat die Garde 13 Mitglieder.

Warum die Begeisterung für diese historische Figur?

Bongartz. Die Begeisterung ergibt sich aus der schlichten Tatsache, dass Herr Bonus so nah an seinem Wohnhaus eine für Dülken so bedeutende Persönlichkeit wiederentdeckt hat. Wir teilen dies und sind stolz einen "Burschen" wie ihn in unserer Heimatstadt gehabt zu haben. Wir möchten das historische Andenken an ihn einfach ein wenig weiterleben lassen.

Was macht ihr Verein in seinem Vereinsleben so?

Bongartz: Die Garde trifft sich alle sechs Wochen zu lockeren Treffen. Einmal im Jahr nehmen wir seit Bestehen des Kindertages (!) an diesem teil und sorgen mit selbstgebauten Geschicklichkeitsspielen und tollen Preisen dafür, dass die Kinder Spaß haben. Im Herbst geht die Garde dann immer in eines der Dülkener Seniorenheime und gestaltet dort einen geselligen Nachmittag. Gut 50 Personen werden dann vor Ort, mit, nach historischem Rezept selbstgebackenem Brot und selbst gemachter Marmelade, bewirtet. Außerdem machen wir Musik und singen mit den alten Menschen. Desweiteren stehen auf unserem Jahresplan Radtouren, Weihnachtsfeiern, Grillfeste oder Einladungen zum Kaffeeklatsch. Dies findet aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und dient nur zum geselligen Beisammensein und dem Zusammenhalt der Gruppe. 

Der Baron ist die Hauptfigur von Viersen blüht in diesem Jahr. Wird es eine Beteiligung durch Ihren Verein geben?

Bongartz: Wir werden am Eröffnungstag am 10. Juni einige kleine Auftritte haben. So werden wir schon morgens als Garde an der Baustelleneröffnung „Melcherstiege“ in Uniform teilnehmen und anschließend die Besucher zum Alten Markt geleiten, wo dann die Radler der Aktion „Stadtradeln“ verabschiedet werden. Am Abend wird die Garde dann zur Eröffnungsveranstaltung "Viersen blüht" mit auf der Bühne stehen und kurz etwas über das Leben und Wirken des Baron vortragen.

Doch auch die anderen Skulpturen sind einen Besuch wert: Vor Ort installierte Stelentafeln, 12 in Viersen, sechs in Dülken, drei in Süchteln und eine in Boisheim geben Interessierten genauere Informationen. Am besten entdecken Sie also die blühenden Kunstwerke und ihre Geschichten auf einem Stadtspaziergang!

Gezeichnet wurden sie von der Bühnenbildnerin Katja Sittig, in Metall geschmiedet vom Künstler Arpad Safranek. Bepflanzt werden die Skulpturen von ortsansässigen Gärtnereien, die sich immer wieder neue kreative Arrangements ausdenken, wenn die noch „unbekleideten“ Figuren vor ihnen stehen. Als grüne Daumen der Aktion sorgen die Gärtner mit der Auswahl robuster und blühfreudiger Pflanzen dafür, dass die Werke bis in den Oktober hinein eine Augenweide sind. Mitarbeiter des Grünflächenamtes sorgen dafür, dass die Blumen gut durch den Sommer kommen. Zu dieser Pflegarbeit gehören neben regelmäßigem Gießen auch das Entfernen von verwelkten Blüten sowie der formgebende Rückschnitt. Im Ganzen ist „Viersen blüht“ eine logistische Meisterleistung!

Für das Citymanagement der Stadt Viersen ist das Jahr, indem „Viersen blüht“ stattfindet immer eine besonders spannendes. Zusammen mit einem Arbeitskreis engagierter Bürger und Gärtner werden schon zu Anfang des Jahres die Vorbereitungen für die Aktion getroffen. Zunächst wird ein Motto ersonnen, das sich als Leitfaden durch alle Veranstaltungen und Angebote hindurchzieht. Dieses Jahr wird die Aktion darüber hinaus mit der bereits im Mai beginnenden Initiative "Sport im Park" sowie mit dem kreisweiten "Stadtradeln" verknüpft. Auch der Stadpark Melcherstiege soll von Viersen blüht profitieren. Zeitgleich mit dem ersten Spatenstich des Umbaus werden im Verlauf der Aktion auch Pflanzungen den Bereich verschönern. . Mit einer feierlichen Eröffnung fällt im Juni der offizielle Startschuss.

Vorher jedoch müssen Sponsoren gefunden, die Skulpturen aufgebaut und die dazugehörigen Feste organisiert werden. Die Arbeit steckt in den Details, denn „Viersen blüht“ ist wesentlich mehr als nur das Aufstellen bunter Skulpturen und Schalen. Radtouren, Nachwächterrundgänge, Schaupflanzen oder "Viersen to go" , all dies muss geplant und beworben werden. Für jedes Alter und für jeden Geschmack ist aber auch in diesem Jahr mit Sicherheit etwas dabei.