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Dienstag, 27. März 2018

Viersener Ortsgespräche: Vor-Ort schöner shoppen – auch Dank guter Online-Präsenz

Aufgrund der Vielzahl der Anmeldungen von Händlern, Unternehmern und Dienstleistern hatte das Citymanagement der Stadt Viersen gemeinsam mit den Verantwortlichen des Werberings Viersen e.V. zum ersten Ortsgespräch in den Ratssaal der Stadt und zum zweiten Ortsgespräch in Dülken in das Gebäude der Volksbank eingeladen. Die Agenda voll, die Stuhlreihen gut besetzt, wurden zunächst in beiden Zentren die „Neuen“ ( EMS Lounge und der Barber Shop in Viersen sowie Lieblingsplatz und  (ab Juni) das Werkstudio in Dülken) mit freudigem Applaus begrüßt.  Unter "Neu" fallen dabei die jüngst angesiedelten Unternehmen und die frisch in den Werbering eingetretenen Mitglieder.

Anschließend stand das Thema der verkaufsoffenen Sonntage an. Die Stadt Viersen strebt in diesem Jahr wieder 10 verkaufsoffene Sonntage an. Damit läge sie für 2018 noch unter der Anzahl, die das neue Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten der aktuellen Landesregierung vorsieht. Danach sollen acht verkaufsoffene Sonntage pro Stadtteil oder 16 für die jeweilige Stadt möglich sein. Die abschließende Diskussion will der Werbering erst auf Basis der sicheren Rechtslage führen.

Information zu den Änderungen für Genehmigungen bei verkaufsoffenen Sonntagen (LÖG)

Das Gesetz soll Mitte April in Kraft treten. 

  • Die Sonntagsruhe bleibt geschützt. Ausnahmen müssen gerechtfertigt werden.
  • Künftig sollen bis zu 8 verkaufsoffene Sonntage pro Stadtbezirk sowie 16 pro Stadt insgesamt möglich werden.
  • Vier neue Sachgründe (Erhalt, Entwicklung oder Stärkung des stationären Einzelhandels oder zentraler Versorgungsbereiche, Belebung von Zentren sowie überörtliche touristische Sichtbarkeit einer Kommune) ergänzen die bisherige Kopplung an Feste, Märkte oder Messen.
  • Die Beantragung wird vereinfacht (z.B. Wegfall der Frequenznachweise sowie Einführung einer rechtsicheren Regel zur räumlichen Abgrenzung.)

Den Bogen vom verkaufsoffenen Sonntag zur Aktion Heimatshoppen zu schlagen, fiel danach leicht: Wollen und sollen doch beide Maßnahmen dazu beitragen, den stationären Einzelhandel zu stärken. Die Stadt Viersen hatte nach dem Heimatshoppen im vergangenen Jahr zunächst ein vorsichtig positives Fazit gezogen und sich entschlossen, die Aktion, wenn sich ausreichend Händler dafür engagieren, fortzusetzen.

Heimat shoppen – das ganze Jahr

Sind genug Händler dabei, soll es auch in diesem Jahr wieder als Highlight eine zweitägige Imageaktion zu „Heimat shoppen“ geben. Diese steht unter dem Motto „Die Innenstadt bewegt (sich)“. Neben der kostenfreien Bereitstellung von Materialien wie Plakaten oder Flyern, bat aber auch der auf dem Ortsgespräch dafür werbende IHK-Repräsentant, Matthias Pusch, um mehr Eigenengagement der Geschäfte vor Ort. Wer noch Anregungen für Ideen sucht, dem kann die IHK, als Gedankenanstoß, erfolgreiche Beispiele aus anderen Kommunen ans Herz legen. Heimat shoppen soll dabei vor allem das Positive des Handels herausstellen!  Dazu gehört die Lebendigkeit, die durch die Geschäfte in die Innenstädte hineingetragen wird, das soziale Engagement vor Ort und das Besondere des Einkaufens mit allen Sinnen: Anschauen, riechen, anfassen, probieren und bei Gefallen sofort mitnehmen, das geht nur in der Stadt. „Heimat shoppen ist als Auftrag für das ganze Jahr zu verstehen. Die beiden Aktionsstage sind lediglich der Schwerpunkt“, sagte Pusch. Mehr Informationen über Heimat shoppen 2018 finden Sie in Kürze hier auf der Website.

Fairtrade ist Heimat shoppen der besonderen Art

Heimat shoppen und das auch noch mit Fairtrade Produkten ist ganz im Sinne der Fairtrade Stadt Viersen. Die Vielfalt der möglichen Produkte hatte das Citymanagement anlässlich des Ortsgespräches in Viersen ansprechend präsentiert. Anerkannt als Fairtrade werden dafür das Fairtrade-Logo sowie das GEPA-Logo. Dies sind zwei Organisationen, die Produkte zertifizieren, darunter Lebensmittel, aber auch Kosmetik, Baumwolle sowie Gold. Kaffee, Tee und Knaberreien standen zur Verkostung in Viersen bereit. Fairtrade Rosen von der Blumeninsel Eichstädt wurden verteilt. Auf dem Tisch selber lagen unter anderem ein Handball von Sport Pergens sowie Lebensmittel vom Biomarkt Vienhues. Die Stadt Viersen beantragt gerade, den Titel als Fairtrade Stadt erneut zu erhalten. Damit dies gelingt, braucht es neben dem Bemühen der Stadt auch Händler sowie aktive und engagierte Bürger, welche die Idee mittragen.

Appell

Wenn Sie als Händler in Ihrem Geschäft Produkte aus fairem Handel / fairer Herstellung verkaufen oder verarbeiten, nehmen wir Sie gerne in unser Verzeichnis mit auf.

Datenschutz-Richtlinie

Hubert Rettler brachte noch ein weiteres schwergewichtiges Thema auf den Tisch: die neue Datenschutz-Richtlinie der EU. Sie tritt am 25.05.2018 in Kraft und ist von großer Bedeutung – auch weit über den Handel hinaus. Der Werbering Viersen empfiehlt dringend sich mithilfe einer tiefergehenden Veranstaltung des Handelsverbandes am 16.04.2018 darüber zu informieren.

Google Maps, Business und Facebook

Als besonderes Highlight der ersten beiden Ortsgespräche wurden die Informationen von Achim Musall angesehen. Der Dülkener Webdesigner, der unter anderem auch die Webseite des Werberings erstellt hat, ist von der Notwendigkeit einer weit stärkeren Digitalisierung im Handel überzeugt. Warum an Google verzweifeln oder Google verachten? „Google ist so groß und mächtig, an denen führt kein Weg mehr vorbei,“ so Achim Musall, der die vom Citymanagement und dem Werbering forcierte Aufforderung Google aktiv zu nutzen, eindeutig unterstützt. „Immer mehr Menschen vertrauen den Angaben von Google und Google Maps. Damit ist für jeden Einzelhändler die aktive Pflege seiner Kontaktdaten und seiner Öffnungszeiten bei Google My Business heute Pflicht.“ Wie wichtig Öffnungszeiten sind hat auch eine Befragung der IHK zum Thema Digitalisierung gezeigt. Noch sind aber zu wenige Geschäfte der Kreisstadt mit Google vernetzt, ferner bieten nur rund 60 Prozent ihre Öffnungszeiten an. Das Thema der Digitalisierung wird für Einzelhändler in einem Workshop am 19.April vertieft. Die ausführlichen Inhalte und Ergebnisse der Studie zur Digitalisierung im Einzelhandel, welche die Result GmbH im Auftrag und in Kooperation mit der IHK Mittlerer Niederrhein erstellt hat, werden im Mai bei der IHK einsehbar sein. Dabei wurden zwei Ansätze miteinander kombiniert. Zuerst wurde eine Recherche und Einschätzung sämtlicher digitaler Aktivitäten von Händlern in der Region durchgeführt. Anschließend wurde eine Befragung direkt bei den Händlern gemacht.

Matthias Pusch, IHK Mittlerer Niederrhein
Michael Eichstädt, Inhaber von Blumen Eichstädt

Sehr eindringlich warb auch Michael Eichstädt, Inhaber der Blumeninsel Eichstädt, dafür, sich intensiver mit den neuen Medien zu beschäftigen. Schwerpunktmäßig stellte er die Möglichkeiten heraus, die mittels eines Auftritts bei Facebook vom Handel genutzt werden können. Hier aber verwies er gleichzeitig auf das Arbeitsvolumen. „Ein bisschen Facebook geht nicht. Facebook ist ein enorm schnelles Medium, hier muss man immer am Ball sein und auf Fragen, Anregungen und Bewertungen reagieren.“ Aktionen des Handels, die on- und offline clever kombinieren sind beispielsweise die Osteraktionen in Dülken (der erste Impuls kam dazu von Apostolos Stilos) sowie die Eiersuche in der Südstadt, welche vom Handel in Kooperation mit dem Südstadtbüro organisiert wird.

Günther Kamp

„Dieses Ortsgespräch hat uns viele interessante Themen beschert und gezeigt, dass es positive Beispiele auf Facebook sowie in der Wahrnehmung von Google in unseren Reihen schon gibt.“

Rainer Schnäbler

„Wir sehen eine positive Entwicklung und Dynamik die sich im Werbering ausbreitet. Diese wollen wir pflegen und weiterentwickeln. Jeder der seinen Teil dazu beitragen will, ist uns willkommen.“