– Standpunkt

Sollten die Stadtfeste in Alt-Viersen räumlich ausgedehnt werden?

Foto: Ute Gabriel

Der Antrag der CDU-Fraktion der Stadt Viersen auf Prüfung der Einbeziehung von Nebenstraßen bei Stadtfesten in Alt-Viersen veranlasste den Werbering Viersen zu einer Mitteilung am 12.3.2019. Lesen Sie hier die Position des Werberings.

Politikverteiler „Bespielung Nebenstraßen“ – Antrag der CDU-Fraktion vom 28.09.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten heute zu o.g. Antrag Stellung beziehen, welcher auf der politischen als auch medialen Bühne dargeboten wird, jedoch in unseren Augen unglücklich dargestellt wurde. Dies verlangt nach Klarstellung!

Der Antrag der CDU-Fraktion der Stadt Viersen auf Prüfung der Einbeziehung von Nebenstraßen in die Flaniermeile der Alt-Viersener-Stadtfeste ist bei erstem Hinblick nicht verwerflich. Das ist im Übrigen mit vielen tollen Ideen des bunten und breiten Parteienspektrums dieser Stadt ebenfalls so. Doch bitteschön, wer nach Veränderungen ruft, sollte schon Lösungsansätze parat haben. Die diffizile Aufgabenlast bei Planung, Umsetzung und Ausführung unserer vielen Veranstaltungen, welche wir ausschließlich zum Wohle der gesamten innerstädtischen gewerblichen Infrastruktur durchführen, erfordert genaue Kenntnis der vielfältigen rechtlichen und organisatorischen Notwendigkeiten.

Leider gab es bisher hierzu keine Gespräche mit dem Werbering Viersen aktiv e.V., und so weit uns bekannt auch nicht mit dem Citymanagement der Stadt Viersen.

Wer uns vorwirft es gäbe „Händler zweiter Klasse“ hat das Aufgabenfeld und die originäre Bestimmung des Werbering Viersen aktiv e.V. nicht verstanden!

Der Werbering Viersen aktiv e.V. sowie das Citymanagement der Stadt Viersen treten seit Beginn Ihrer erfolgreichen Kooperation mit ganzer Kraft für die gesamtstädtische Infrastruktur der Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen auf, ungeachtet der geographischen Lage, deren wirtschaftlichen Stärke oder Macht oder gar deren ethnischer Herkunft. Unsere Einladungen zur Einbringung von tatkräftiger und/oder geistiger Unterstützung zum Wohle der Gesamtwirtschaft werden stets an alle Beteiligten des Wirtschaftsraumes ausgesprochen. Es ist müßig an dieser Stelle von dem Delta zwischen „Schreihälsen“ und „Aktivisten“ zu sprechen. Das würde auch nur vom eigentlichen Thema ablenken.

In naiven Träumen versunken sehen wir großflächige, opulente Stadtfeste, welche in ihrer Reputation bundesweit Standards prägen und die Kassen aller Beteiligten nur so klingeln lassen. Wachgerüttelt von der Realität sieht nicht alles so rosig aus.

Rechtssicherheit: Der Gesetzgeber hat mit der Novellierung des LÖG NRW leider nicht ausreichend für bessere Rechtsicherheit gesorgt. Da für uns die Rechtssicherheit und sichere Durchführung unserer Veranstaltungen an oberster Stelle steht, führen wir hierzu u.a. regelmäßig Gespräche mit VERDI. Eines der Resultate ist der Geltungsbereich von rechtsicher zu bespielender möglicher Aktionsfläche. Diese wurde in Abstimmung mit dem FB30 festgesetzt und schließt zum heutigen Zeitpunkt alle nicht in dieser Fläche eingeschlossenen Standorte aus.

Verkehr und Verkehrssicherheit: Möchte man viele Besucher zu seinen Stadtfesten locken, müssen diese auch die Möglichkeit haben diese über eine sichere Infrastruktur zu erreichen. Dies schließt Erreichbarkeit von Parkflächen, Wegstrecken des ÖPNV, Rad- und Fußwege und natürlich bei „Rolle rückwärts“ Flucht- und Rettungswege ein. Das hierfür zu erstellende Sicherheitskonzept wird bei Ausweitung der Flächen erheblich aufwändiger zu erstellen und um zu setzen. Von den höheren Kosten nicht zu reden.

Qualität und Nachhaltigkeit: Akribisch und mit viel Herzblut arbeiten wir in Gemeinschaft mit dem CM an der Außendarstellung aller unserer Aktivitäten. So liegt uns die nachhaltige Wirkung und der langfristige Erfolgt mit und durch die Erbringung solcher Maßnahmen wie Stadtfeste besonders am Herzen: ohne Kompromisse , Qualität vor Quantität!

Sensibel auf das jeweilige Thema abgestimmt, wählen wir sorgfältig die Beschicker der jeweiligen Flächen aus. Auch hierbei sehen wir an erster Stelle die ortsansässigen Händler, Dienstleister und Gastronomen als Beschicker der jeweiligen Aktionsflächen, denn dann Auswärtige. Auch die Gewerbetreibenden, die auf den Nebenstraßen beheimatet sind, werden von uns immer wieder (vergeblich) eingeladen sich auf der Flaniermeile zu präsentieren und mit Aktionen auf sich aufmerksam zu machen.

Umsetzung und Infrastruktur: Unsererseits wird jegliche Manpower kostenlos und im Ehrenamte zum Gesamtwohl nicht nur der wirtschaftlichen Landschaft getätigt. Gestatten Sie mir den Hinweis, daß viele, viele Leistungen, welche wir in dieser Gesinnung erbringen, urtypische kommunale Aufgaben sind und wir somit den städtischen Haushalt entlasten.

Möchte man die Fläche ausweiten, bedarf es vieler zusätzlich zu akquirierender Marktbeschicker, die auch den Vorgaben von Qualität und Anlaßbezogenheit genügen. Eine Ausweitung der Fläche bedeutet ebenfalls mehr Rahmenprogramm und zusätzliche Attraktionen. Das kostet schlicht Geld, daß in unserem Etat nicht vorhanden ist und zusätzlich wirtschaftlich erbracht werden müßte.

Von angespannter Haushaltslage müssen wir Ihnen sicherlich nichts erzählen. Wir, der Werbering Viersen aktiv e.V., stemmen mehr als 20 Veranstaltungen jährlich. Hierzu geben wir über die Mitgliedsbeiträge hinaus € 120.000,00 aus. Diese müssen in Fleißarbeit durch Sponsoring eingeworben werden. Steht das Budget der Veranstaltung, erfolgt die nächste Hürde: freiwillige Ehrenamtler sind rar und die Mitarbeiter und Kollegen vom CM sind keine Expander. Wir alle sind bis zur Grenze unserer Belastbarkeit mit großem Engagement bei der Umsetzung aller Aktivitäten tätig. Wo bitteschön sollen die benötigten zusätzlichen Hände herkommen? Gerne möchten wir nochmals an dieser Stelle auf die bereits mehrfach den lokalen Parteien entgegengebrachte Forderung nach der Errichtung einer dringend benötigten Stadtmarketinggesellschaft hinweisen.

Fazit: Aus Sicht des Werberinges Viersen aktiv e.V. ist eine Flächenerweiterung für unsere Aktivitäten nicht nur in Alt-Viersen auf Nebenlagen derzeit nicht umsetzbar. Die vorbenannten Tatsachen sprechen für sich; zu groß ist der zusätzliche Aufwand in Sachen Organisation und Durchführung, Infrastruktur, Sicherheit und finanzielle Mittel, ohne nochmals auf die angespannten Rahmenbedingungen hinzuweisen. Stellen wir uns zum Schluß also folgende Frage: Ist es nicht auch für die Nebenlagen gewinnbringender eine qualitativ gute, rechtssicher und publikumswirksame Veranstaltung durchzuführen, die allein durch die insgesamt in der Stadt erhöhte Besucherzahl mehr potentielle Kunden auch vor deren Läden bringt, als eine gedehnte, schlecht bestückte und weniger attraktive Veranstaltung bis vor die Türe aller auszubreiten?

Haben Sie vielen Dank für Ihr Verständnis verbunden mit der Bitte um Kenntnisnahme

mit freundlichen Grüßen

Rainer Schnäbler, 2. Vorsitzender Werbering Viersen aktiv e.V.

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